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Fair Fashion Week: Was kann man tun?!

Fair Fashion Week: Was kann man tun?!

Wir haben die Komplexität der textilen Wertschöpfungskette kennen gelernt und es wundert mich nicht, wenn einige von euch sich nun etwas ohnmächtig fühlen. Wer glaubt in diesem Labyrinth aus verschiedenen Zulieferern etwas wirklich ändern zu können wird bald merken, dass es fast unmöglich ist die Strukturen aufzubrechen. Aufgrund der Internationalisierung der Textil- und Bekleidungsindustrie ist eine politische Lösung schwierig und so bleibt nur die Möglichkeit seinen Konsum selber so zu ändern, dass er das Angebot bestimmt. Das führt uns direkt zum wichtigsten To-Do: Aufklärung. Je mehr Menschen ihren Konsum hinterfragen ändern auch die Nachfrage und bestimmen damit das Angebot, welches in diesem Fall faire, vernünftig produzierte Kleidung in ordentlicher Qualität ist. Deshalb seid euch nicht zu Schade euer Wissen über Bekleidung mit anderen zu teilen und darüber zu diskutieren welchen Impact Klamotten auf Umwelt und Mensch haben. Aber zurück zu uns selbst: Wir wollen nicht nur predigen, wir wollen auch selbst etwas tun, los geht’s:
Wenn wir als Grundregel im Kopf behalten, dass neben der Herstellung vor allem die Nutzungsdauer entscheidend zur Nachhaltigkeit beiträgt ergeben sich folgende Optionen:

- Konsum einschränken: Brauche ich das Teil wirklich?
Konsum ja, aber dann bitte fair und nachhaltig!
- Nutzungsdauer abwägen: Wie lange werde ich das Teil tragen? Ist der Style/Schnitt/Farbe modisch oder zeitlos?
- Kann ich das selbst machen? Kann ich etwas umarbeiten/umstylen/zweckentfremden?
- Gibt’s das auch gebraucht? Flohmarkt, Ebay, etc.
- Wie wärs mal mit leihen?
- Klamotten tauschen: tauscht mit Freunden und Verwandten, gebt weiter und organisiert Tauschpartys, falls ihr auf der Suche nach Gründen seid, nachmittags Alkohol zu trinken 😉

Außerdem sollte man sich ein paar Grundfertigkeiten im Nähen aneignen, dazu muss man nicht besonders geschickt sein, denn eine Nähmaschine näht eigentlich immer nur geradeaus ;) Patches lassen sich meistens aufbügeln, ein Knopf ist schnell wieder angenäht und auch kleine Löcher können mit Nadel und Faden wieder geschlossen werden. Bei Youtube & Co. lassen sich allerhand Tricks und Kniffe abschauen und auch Eltern und Großeltern beherrschen noch teilweise magische Stopf-Fähigkeiten! Ihr könnt auch Ausschau nach Reparatur-Kursen halten, wie sie z.B. meine Freundin Zaki hier in Hamburg anbietet. In der Konfekt Kunststopferei lernt ihr das 1x1 des Löcher-Beseitigens ohne dröge Kunsthandwerksatmosphäre.
Diese Maßnahmen mögen für euch gut funktionieren, bei den Herstellern werden sie aber kaum bemerkt. Deshalb solltet ihr, nicht ausschließlich bei Bekleidung, einfach mal nachfragen, unter welchen Bedingungen das Produkt hergestellt wird und was dafür getan wird, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Eine vorgefertigte Antwort ist bei Verkäufern und Social Media Channels immerhin ein Hinweis, dass ihr nicht die Einzigen zu sein scheint, die nachfragen. Aussagen wie: “Ich glaube das ist schon alles ganz in Ordnung” zeugen eher davon, dass das Thema faire, umweltverträgliche Produktion noch nicht dort angekommen ist, wo es hin sollte. Ihr solltet euch nicht zu doof sein, Verkäufer und Community-Manager danach zu fragen und sie auch freundlich darauf hinweisen, dass ihr mit den zur Verfügung gestellten Informationen nicht zufrieden seid. Wenn sich derjenige Unwohl fühlt, wird euer Anliegen schon ganz von alleine die Weisungskette hinauf klettern. Einfach zu finden sind außerdem vorgefertigte Texte für Emails oder Briefe an Hersteller, um nach einer transparenten Lieferkette zu fragen.

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