2022 und ein fünfter Geburtstag – unser Rückblick

Nach fünf Jahren Manitober hätte ich mal Lust auf einen Jahresrückblick, der Laune macht. Einen, der positiv stimmt, Mut macht und Bock auf die Zukunft macht und dabei genau aus dieser Stimmung heraus entsteht. Ich muss zugeben, wenn ich auf den Anfang dieses Jahres zurückblicke und mir unsere Pläne für Umsätze, Projekte und Entwicklung anschaue, dann sehe ich heute auch, wie utopisch das eigentlich war. Dass alles anders gekommen ist, ist dennoch ein Learning. 

Was haben wir also hinter uns, was mich heute schlauer macht?

Zu Beginn die traurigen Seiten, die uns das vergangene Jahr beschert hat: Leider haben sich zwei geschätzte Kolleginnen von uns verabschiedet. Mit Lea und Mareike hat das Team zwei Kolleginnen verloren, die uns sehr am Herzen lagen aber weiterhin ein Teil von uns sind. Wir sehen uns wieder – sei es auch “nur” für Feierlichkeiten oder größere Events. Sie bleiben Manitober-Familie :)

Im Sommer hat uns dann ein finanzielles Tief zu schaffen gemacht, wie es uns bisher nicht bekannt war. Viele kleinere, nachhaltige Unternehmen kämpfen seit einigen Jahren mit der Lage – so auch wir. Gleichzeitig waren die Verkaufszahlen im Sommer so niedrig wie nie. Wir mussten ganz schön bangen und hatten die eine oder andere schlaflose Nacht, ob wohl alles gut wird.
Der Winter kam und es ging bergauf, dennoch müssen wir sagen, es flutscht nicht so wie wir uns das wünschen würden. Die Lage auf dem Markt ist nach wie vor angespannt. Ohne diverse Aktionen, Angebote und auch (ja, wir wollen es ungern zugeben, aber leider ist es so) ohne Rabatte, würden wir deutlich weniger Verkäufe erzielen, die wir für unsere Liquidität dringend benötigen.

Trotzdem haben wir einiges geschafft, das wir vorher gar nicht auf dem Zettel hatten. Schon im letzten Jahr haben wir die Grundsteine für unsere Kooperationen mit dem Hamburger Bademodelabel Inaska und dem Illustrator Philip Waechter gelegt. Unsere ersten Produkte sind (leider etwas verspätet) im Sommer das erste Mal erhältlich gewesen und es ist kein großes Geheimnis, dass es auch dieses Jahr eine neue Farbkombination (zumindest der Badesachen) geben wird. Auch unsere Denim-Kollektion hat nach einer Ewigkeit an Entwicklungszeit und nach einem langen Hin-und-Her mit den Produzenten endlich unser Lager erreicht.
Doch am Meisten haben wir hinter den Kulissen bewirken können. Wir freuten uns über den Zuwachs durch unsere neue Mitarbeiterin Lilly. Außerdem haben wir uns gemeinsam mit Kathrin von Pockets unsere Unternehmensstruktur und Prozesse noch einmal zu Gemüte geführt und etwas überarbeitet. Das hat unter anderem dazu geführt, dass unsere Winterkollektion so pünktlich wie noch nie verfügbar war. Zusätzlich haben wir viele neue Systeme und Tools eingeführt, die uns dabei helfen, den wachsenden Berg an Bestellungen zu bewältigen. Wir haben es dadurch geschafft, einige weitere Marktplätze anzubinden, um unsere Produkte für mehr Menschen verfügbar zu machen und für unsere Botschaft ein breiteres Publikum zu finden. Aufmerksame Vielbesteller:innen haben sicherlich auch gemerkt, dass auf ihren Paketen eine neue Absenderadresse steht: Unser Lager ist nämlich umgezogen. Sicherlich habt ihr auch gemerkt, dass wir unser E-Mail-Marketing verändert und intensiviert haben, dank einiger Automatisierungen. 

Im Winter konnten wir dann unseren Marketing-Coup enthüllen: Während der Black Week haben wir unsere erste Out-of-Home-Kampagne mit Plakaten in Hamburg und Berlin präsentiert. Das Thema “Weniger kaufen – mehr erhalten” sollte dabei gezielt auf den ausufernden Konsum rund um Black Friday eingehen und uns als Gegenentwurf dazu positionieren. 

Wie oben bereits erwähnt, konnten wir nicht immer das leben, was unsere Überzeugung ist: Zum Jahresende stieg der Druck, Ware in zählbares umzuwandeln. Dies wird auch noch ein Weilchen so weitergehen, denn die Lage auf dem Markt und bei den Verbraucher:innen bleibt noch bis ins nächste Jahr angespannt.
Schade, dass wir nun doch mehr Teil eines Systems werden mussten, als wir eigentlich wollten. Wir können nur hoffen, dass ihr es uns nicht übel nehmt und in auch für euch besseren Zeiten wieder mehr Freude daran habt, mit unserer Kleidung etwas anders zu machen.

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