Der Rest vom Fest – Grüner durch die Weihnachtszeit 

Alle Jahre widerstrebt mir die Vorstellung, wie viel zusätzlicher Müll in der Weihnachtszeit produziert wird: im letzten Jahr gab es laut der Deutschen Umwelthilfe schätzungsweise 20 Prozent mehr Verpackungsmüll. Hinzu kommen unzählige ungewollte Geschenke – einige mit mehr, andere mit weniger Wert für die Beschenkten. Der Konsum, er läuft traditionell auf Hochtouren. Während Wirtschaftsminister Altmaier uns das Einkaufen dieser Tage als ‘patriotische Aufgabe’ zu verkaufen versucht, sollten wir unser Umweltbewusstsein jedoch auch in einer wirtschaftlichen Krise nicht gänzlich über Bord werfen. Viele Hersteller nutzen die Besinnlichkeit der Konsument*innen und befeuern die Abfallproduktion wissentlich durch Mogelpackungen im winterlichen Gewand, während Mitarbeiter*innen aus der Abfallwirtschaft nach den Feiertagen Sonderschichten machen müssen. 


Machen wir uns nichts vor, trotz des Wissens, dass nicht alles Gold ist, was am Tannenbaum glänzt – so ganz auf Weihnachten verzichten wollen wir natürlich auch nicht. Zumindest nicht auf die Feiertage an sich. Denn unabhängig des religiösen Ursprungs kann das gegenseitige Beschenken und gemeinsame Vernichten von Keksen, Knödeln und Punsch in gemütlicher Runde ziemlich schön sein. Deswegen haben wir ein paar Gedanken, Ideen und Erfahrungen zusammengetragen, mit denen wir alle ohne großen Aufwand ein kleines bisschen nachhaltiger durch die Weihnachtszeit kommen.  


Less is more

Seit ich mich erinnern kann, werden Geschenke bei uns in selbstgenähte Stoffbeutel gesteckt. Sicher hätte ich mir als Kind das ein oder andere Jahr Geschenkpapier zum Auf- und Zerreißen gewünscht, die Überraschung wurde durch die wiederverwertbare Verpackung jedoch nicht geschmälert. Wer im Frühjahr exzessiv Masken genäht und nun keine Lust mehr auf ein Handarbeitsprojekt hat, könnte alternativ auf Stoffbahnen und -reste oder altes Zeitungspapier zurückgreifen, um den Verpackungsmüll so gering wie möglich zu halten. Unsere Baumwollbänder lassen sich übrigens hervorragend zum Einpacken wiederverwenden, statt Klebestreifen oder Geschenkband zum Beispiel – und das ganz ohne Plastik.


Sinnvoll Schenken 

Häufig schenken wir Dinge, die für die Beschenkten keinen oder nur wenig Nutzen haben, nicht passen oder nicht mal gefallen. Um dem vorzubeugen gibt es zwei simple wie wirkungsvolle Möglichkeiten: vorab gezielt nach Wünschen oder der Kleidergröße fragen oder einen Gutschein verschenken. Das klingt in manchen Ohren vielleicht unromantisch bis unkreativ, sorgt aber über den Moment des Auspackens hinaus für Zufriedenheit und verhindert, dass Kleidungsstücke im Schrank verweilen oder heimlich verschwinden.

Und habt ihr schonmal über Second Hand Geschenke nachgedacht? Statt uns dem Konsumwahnsinn hinzugeben, könnten wir auf (eigens) Gebrauchtes zurückgreifen, bei Bedarf wieder aufbereiten oder uns im Sinne des Upcyclings kreativ ausleben. In jedem Fall wird der Lebenszyklus des Produktes verlängert und der Verschwendung von Ressourcen vorgebeugt. Ideen zum Pflegen und Wiederaufbereiten von Textilien gibt’s hier zum Nachlesen. Wer zusätzlich Lust auf ein wenig Veränderung hat, kann etwa alte T-Shirts oder Stoffservietten ganz easy und garantiert chemiefrei mit Lebensmitteln und Pflanzen neu einfärben – das kommt nicht nur gut an, sondern macht auch noch Spaß. Je nach Farbvorlieben eignen sich Avocadosteine, Rote Beete, Kurkumawurzeln oder Walnussschalen. 

Apropos Lebensmittel: Egal ob Pesto, Knuspermüsli, Chutney oder doch ein selbstgezogener Kombucha-Pilz – Eigenproduktionen aus der Küche sind individuell, bereiten den Beschenkten so gut wie immer eine Freude und werden irgendwann verbraucht ohne zusätzlichen Müll zu produzieren.


Nachhaltiger Versand

Mit wachsender Bedeutung des Onlinehandels steigen unweigerlich auch die Müllberge und CO2-Emissionen, die sich auf den Versand zurückzuführen lassen. Gerade in diesem Jahr wird das Paketaufkommen zur Weihnachtszeit höher sein als je zuvor, denn von einem gemütlichen Weihnachtsbummel durch geschmückte Innenstädte und blinkende Geschäfte kann – falls es das jemals gegeben hat – allerspätestens seit der verschärften Reglementierungen für den Einzelhandel nicht mehr die Rede sein. Viele Onlineshops bieten mittlerweile recyceltes Verpackungsmaterial, CO2-neutrale Versandoptionen oder die CO2-Kompensation der Bestellung an. Ein guter Anfang, würden nicht einige Onlineriesen den Großteil der Rücksendungen direkt vernichten. 

Für uns sind die Original RePacks momentan eine der besten Lösungen: Die wiederverwendbaren Versandtaschen sind aus recycelten und recycelbaren Materialien, werden im Rahmen eines Kreislaufsystems zurückgenommen und wiederaufbereitet. Außerdem haben die lieben Leute von RePack eine #trashfreechristmas Wishlist mit coolen Geschenken erstellt, die euch vor unnötigem Müll bewahren. Schaut mal vorbei, vielleicht kommt euch das ein oder andere Teil ja bekannt vor! ;) 


Rettet die Bäume

Verpackungsmüll, Plastik, unnütze Geschenke – dass das zu vermeiden gilt, liegt auf der Hand bzw. nicht mehr unter dem Baum. Doch gerade dieser leistet auch seinen Beitrag im Weihnachtsmüllgame. Pro Jahr werden bis zu 30 Mio. Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft, die bei genauer Betrachtung oftmals ein ziemlich trauriges Dasein fristen: laut des NABU werden rund 90 Prozent von ihnen unter Einsatz von Pestiziden und Düngemittel auf eigens angelegten monokulturellen Plantagen angebaut. Sobald sie nach den Feiertagen ausgedient haben, landen sie mit einem achtlosen Wurf am Straßenrand. Dabei gibt es Alternativen: Zertifizierte Bio Tannen aus Mischkulturen, gemietete und lebendige Weihnachtsbäume im Topf oder Replikate aus Holz, um nur ein paar Beispiele zu nennen.


Ihr ahnt schon, die Liste ließe sich noch lang so fortführen. Was sich davon alles umsetzen lässt, ist natürlich auch eine Frage der Planung und des Geldbeutels. Wofür auch immer ihr euch letztendlich entscheidet oder in der Lage seid euren Lieben zu schenken – wir wissen, dass dieses Weihnachten etwas anders und nicht so besinnlich sein wird, wie für viele erhofft. Wer bei seinen Lieben sein kann – macht das Beste draus und genießt eine friedliche und vielleicht ja plastikfreie Zeit miteinander. Denn vergesst nicht: Am Ende ist das wohl wertvollste Geschenk noch immer die Zeit, die man miteinander verbringen kann.

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