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Die Vor- und Nachteile des Selbstständigseins

Die Vor- und Nachteile des Selbstständigseins

Irgendwie wusste ich schon immer, dass ich mal ‘was eigenes’ machen wollte. Es war eher so ein unterschwelliges Gefühl. Im Anzug zur Arbeit, meine Zeit im Büro absitzen, das kam mir immer schon absurd vor. Klar, auch ich war schonmal in einem angestellten Arbeitsverhältnis und es war nicht das typische nine to five-Umfeld, trotzdem fand ich es überhaupt nicht befriedigend. Aus Geld habe ich mir noch nie viel gemacht, oder sagen wir so: Das Geld, das ich zum Leben brauche ist auf jeden Fall so wenig, dass jeder Karriereplan davon unberührt bleibt. Wenn mich etwas nervt oder ich etwas als sinnlos empfinde, analysiere ich das Problem und versuche es zu lösen. Bei manchen Sachen ist das natürlich nicht immer möglich, aber gepaart mit meiner “ich kann das eh alles besser” Attitüde führt das leider oft zu Größenwahn und in diesem Fall zu meiner Selbstständigkeit mit Manitober. Ich benutze selbstständig in dem Fall als Synonym für Selbstverantwortlich, denn ich bin ja kein klassischer Freelancer. Trotzdem ähneln sich die Vor-und Nachteile des selbstverantwortlichen Arbeitens egal ob Unternehmer, Selbstständiger oder Freiberufler meiner Meinung nach. Während man als Angestellter auch mal untertauchen kann und mit etwas Geschick einfach ein paar Tage nichts schafft, heißt es bei Selbstständigen ja vielmehr: Von nichts kommt nichts. Und wer weiß, dass er fürs Nichtstun nicht bezahlt wird, der sucht sich natürlich lieber einen Job, der sich nicht zu sehr nach Arbeit anfühlt. Auch deshalb ist die allgemeine Wahrnehmung des Selbstständigen eher die des Müßiggängers. Natürlich kann man spontan Urlaub machen, mittags Bier trinken und sich auch mal zwei Monate Auszeit nehmen, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, es ist nicht so leicht und erfordert schon eine gewisse Vorarbeit. Wahrscheinlich ist genau das der Unterschied: Als Selbstständiger versucht man seine Position zu optimieren, bessere Jobs zu bekommen, das Portfolio zu verbessern, sich etwas aufbauen. Davon kann man dann später zehren, während man als Angestellter nur langsam die Leiter aufsteigt und doch irgendwie immer von vielen Anderen abhängig ist. Mir gefällt einfach die Kombination aus Freiheit und dem Gefühl seine eigene Idee zu verwirklichen. Ich kann verstehen, wenn man damit hadert selbstverantwortlich zu arbeiten, sei es wegen der finanziellen Sicherheit, die erarbeitete Situation nicht aufgeben zu wollen oder der andauernde bürokratische Aufwand. Doch für mich ist der wichtigste Grund, sich das ganz genau zu überlegen der Fakt, dass man immer arbeitet, selbst wenn man denkt, man tut es nicht. Selbst und ständig halt. Ich muss zugeben, ich habe das auch unterschätzt und während manch jetzt vielleicht auf der Couch ihren Feierabend genießen, sitze ich abends auf der Couch und tippe diese Zeilen. Wer also nicht so gut abschalten kann, eine ziemlich perfektionistische Ader hat und selten mit sich zufrieden ist, der sollte sich bewusst sein, dass das Gründer-Dasein einen länger im Alltag begleitet als der “nine-to-five”-Job. Alle anderen Sorgen hingegen werden sich schnell als ‘richtige Entscheidung’ herausstellen. :)

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